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Tag der Imkerei

„Chiemgauer Seenplatte blüht auf“ startet durch

Auftaktveranstaltung am Hilgerhof – Ausstattung für Neu-Imker

Im Mittelpunkt des Leader-Projektes „Die Chiemgauer Seenplatte blüht auf“ steht im Startjahr 2010 die Verbesserung der Lebensbedingungen der Honigbienen und anderer blütenbesuchender Insekten. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung für das Projekt erhielten 36 Neu-Imker Grundausstattungen für den Beginn dieser schönen und wichtigen Tätigkeit. Denn ohne Betreuung der Bienen und Verbesserung ihrer Nahrungsgrundlagen ist die abwechslungsreiche und belebte Kulturlandschaft der Region gefährdet, waren sich die verantwortungsbewussten Politiker von 16 Gemeinden einig, die sich bei der Veranstaltung im Hilgerhof bei Pittenhart von der Richtigkeit ihrer Entscheidung überzeugten, mit einem gemeinsamen Projekt Blütenreichtum und Artenvielfalt, aber auch die Imkerei in ihrem Gebiet zu unterstützen.

„Erst stirbt die Biene, dann der Mensch“ – diese Warnung Albert Einsteins bildete den Hintergrund für die Begrüßungsworte des zweiten Vorsitzenden der Leader-AG Chiemgauer-Seenplatte, Amerangs ersten Bürgermeister Augustin Voit, der den durch wichtige private Angelegenheit verhinderten Vorsitzenden Konrad Glück aus Seeon-Seebruck vertrat. In dem Gemeinschaftsprojekt „Die Chiemgauer Seenplatte blüht auf“ zeige sich einmal mehr die Wirksamkeit des EU-Programmes Leader in ELER bei der Weiterentwicklung der Region zwischen den wirtschaftlich starken Ballungsgebieten. Die für die Chiemgauer-Seenplatte zuständige Leader-Managerin Angela Vaas im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Töging, Rosenheims stellvertetender Landrat Josef Huber – außerdem Bürgermeister der Leader-Gemeinde Babensham - und der Manager der Leader-AG Chiemgauer-Seenplatte Professor Ulrich Pietrusky betonten in ihren Grußworten die Bedeutung und Einzigartigkeit des Projektes und die Notwendigkeit der Förderung der Imkerei.

Umweltbildung und Förderung der Neu-Imker

Der Vorsitzende des Imkervereins Obing–Pittenhart Sepp Reithmeier, gleichzeitig im Vorstand der Leader-AG engagiert und „Hausherr“ im Hilgerhof, stellte die Probleme dar, mit denen sich die Imker in der modernen Gesellschaft auseinandersetzen müssen. Der Stellenwert der Imkerei als sinnvolle Freizeitbeschäftigung und Naturschutzengagement sei zurückgegangen, auf der anderen Seite erschwerten die Bedingungen in der modernen Landwirtschaft das Halten von Bienen; diese fänden nach einem großen Angebot im Frühjahr bis zum Ende der Obstblüte im Laufe des Sommers kaum noch Nektar- und Pollenspender zu ihrer Ernährung.

Die für Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung zuständige Projektbetreuerin Inge Graichen stellte heraus, dass mit Veranstaltungen in Schulen und Kindergärten und Informationsveranstaltungen für Erwachsene das Bewusstsein bei den Bürgern der Region geschärft werden solle für die Bedeutung der Erhaltung und Förderung des Blütenreichtums der heimatlichen Landschaft und der Verbesserung der Lebensbedingungen insbesondere der Honigbienen und weiterer blütenbesuchender Insekten. Gleichzeitig wollten die Gemeinden der Chiemgauer Seenplatte unmittelbar in die Landschaft wirken, zum Beispiel durch die Schaffung von Blütenflächen und Streuobstwiesen. Die Landschaftsarchitektin Sabine Löw-Wurmannstetter berichtete von den vielfältigen Möglichkeiten, als einzelner oder als Kommune etwas für Blütenreichtum und Artenvielfalt in der Landschaft zu tun, und von einer Reihe von Beispielflächen, die noch dieses Jahr zu Blütenflächen umgestaltet werden sollen, unter anderem in Kienberg und Riedering.

Umrahmt wurde die Auftaktveranstaltung des Leader-Projektes „Die Chiemgauer Seenplatte blüht auf“ mit einem „Tag der Imkerei“ des Imkervereins Obing-Pittenhart mit zahlreichen Aktivitäten rund um Bienen, Honig und die Tätigkeit des Imkers. Im unteren Galerieraum des Hilgerhofs empfing die Besucher der intensive Geruch von Wachs und Honig, Imker Simon Voit war beim Honigschleudern dicht umdrängt, mit Hans Schloderer bastelten die Kinder viele Wachskerzen aus den Wachsplatten, die sonst als Mittelwände beim Wabenbau den Bienen die Richtung vorgeben.

Die Neu-Imker werden von den Imkervereinen im Leader-Gebiet Chiemgauer-Seenplatte betreut und mit den von der Leader-AG beschafften Ausrüstungsgegenständen unterstützt. Darüber hinaus erfahren sie damit eine neue Wertschätzung ihrer Tätigkeit, die für das Gesicht der Region entscheidend sein kann.

Dsc03761aDie Projektbetreuerinnen Inge Graichen und Sabine Löw-Wurmannstetter (von links) mit einem Querschnitt der von der Leader-AG Chiemgauer-Seenplatte beschafften Ausrüstungsgegenstände, Jung-Imkern aller Altersklassen und dem Vorsitzenden des Imkervereins Obing–Pittenhart Sepp Reithmeier (zweiter von rechts)

DSC03769aImker Simon Voit beim Entdeckeln der Waben, der Vorarbeit zum Honigschleudern

Fotos: Helga Pis

 

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